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Der Deutsche Umweltpreis 2019

Der Deutsche Umweltpreis 2019

WANN: 27. Oktober 2019 ,  11:00 – 13:00 Uhr
WO: Mannheim

Der Deutsche Umweltpreis der DBU wird seit 1993 jährlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehen. Mit 500.000 Euro ist es der am höchsten dotierte Umweltpreis in Europa.

Die Auszeichnung erfolgt durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und die Kuratoriumsvorsitzende der DBU, Rita Schwarzelühr-Sutter MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

In diesem Jahr werden die Bodenwissenschaftlerin Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner (Technische Universität München) und der Unternehmer Reinhard Schneider (Firma Werner & Mertz) mit dem Deutschen Umweltpreis der Stiftung ausgezeichnet.

Mit der Verleihung werden Einsatz und Leistungen ausgezeichnet, die jetzt und zukünftig entscheidend und in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung unserer Umwelt beitragen.

Die Veranstaltung wird voraussichtlich per Livestream von 11.00 bis 12.30 Uhr auf der Webseite des DBU übertragen.

 

 

Am Samstag vor der Preisverleihung findet jedes Jahr ein Symposium zu wechselnden Umweltthemen statt. Dort diskutieren Fachleute verschiedener Disziplinen miteinander und DBU-Alumni präsentieren ihre Forschungsergebnisse.

Informationen zum aktuellen Symposium „Unsicheres Fahrwasser: Die Zukunft der Meere“ finden Sie bereits jetzt und im Nachgang hier.

Informationen zu den Symposien der letzen Jahre finden Sie in unserer Übersicht.

 
Die besten grünen Onlineshops

Die besten grünen Onlineshops

Fotoquelle: Pixabay

Die besten grünen Onlineshops

Grüne Onlineshops haben im Gegensatz zu konventionellen Anbietern ein nachhaltiges Geschäftskonzept oder verkaufen ökologische und Fairtrade-Waren. Die Kriterien können je nach Shop unterschiedlich stark ausfallen, unsere Kriterien für die Auswahl der Shops liest du hier.

Diese Liste der besten grünen Onlineshops zeigt dir eine umfangreiche Auswahl nachhaltiger Webshops zum Beispiel für Öko-Mode, Naturkosmetik, Bio-Lebensmittel oder Recycling-Produkte. Aus Tests und Erfahrungen der Utopia-User kannst du einen tieferen Eindruck gewinnen oder selbst einen Shop empfehlen. (Hier geht’s zur Liste…)

 

Kriterien für die besten Öko-Onlineshops

Viele der oben genannten Shops sind spannende Alternativen zu den „üblichen“ Onlineshops. Wir haben sie in diese Liste bester Öko-Onlineshops aufgenommen, weil sie eines oder mehrere folgender Kriterien erfüllen.

  • Das Sortiment: Nachhaltige Onlineshops sollten vor allem nachhaltige Produkte anbieten. Zumindest ein Teil der Ware trägt also Siegel aus dem Bereich Öko oder Fairer Handel (etwa Bio, FairTrade, FSC, GOTS …). Produkte im Sortiment des Shops bestehen aus recycelten Materialien, sind selbst recycelbar, bestehen aus Naturstoffen, wurden mit geringem Energie- und Wasseraufwand hergestellt oder sind besonders langlebig.
  • Das Geschäftskonzept: Das Unternehmen, das den Online Shop betreibt, wirtschaftet nachhaltig und leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Dazu gehört beispielsweise der Bezug von Ökostrom, Energiesparen, Gebäudedämmung, Müllvermeidung, Öko-Verpflegung, Unterstützung von ökologischen oder sozialen Projekten.
  • Der Versand: Der Online Shop versendet seine Ware CO2-neutral, etwa indem die Emissionen mit Zertifikaten ausgeglichen werden.
  • Die Verpackungen: Grüne Onlineshops sollten ihre Waren so weit wie möglich umweltfreundlich und recycelbar verpacken.
  • Der Standort: Der Firmensitz befindet sich in Deutschland, um die Transportwege möglichst kurz zu halten.
  • Das Sortiment: Der Onlineshop führt mindestens 100 Artikel, die dem nachhaltigen Bereich zuzuordnen sind. Wenn er weniger Artikel anbietet, sollte er diese Produkte exklusiv führen.
  • Die Erfahrung: Der Shop sollte seit mindestens einem Jahr bestehen.

Grundsätzliches im Beitrag: So entstehen die Utopia-Bestenlisten im Produktguide.

Alternativen zu konventionellen Onlineshops

Eigentlich lautet unsere Empfehlung: Unterstütze die regionale Wirtschaft und kaufe in den lokalen Geschäften, auf dem Wochenmarkt oder gleich bei Bio-Bauer ein.

Weil wir aber wissen, dass das nicht immer möglich ist und dass die Bequemlichkeit manchmal siegt, haben wir oben diese Liste mit wirklich empfehlenswerten Onlineshops zusammengestellt. Sortiment, Philosophie und Unternehmenskonzept entsprechen hier Nachhaltigkeitskriterien.

Hier geht’s direkt zur Utopia Website für noch mehr Interessantes…

Das bringt der klimaneutrale Versand

Das bringt der klimaneutrale Versand

Bildquelle: © contrastwerkstatt – Fotolia.com

von Rudolf Krux für Utopia

Steht „klimaneutral“ auf dem Paket? Ein gutes Zeichen!

Denn klimaneutraler Versand bezieht ökologische Kosten in den Preis mit ein. Allerdings ist nicht jeder klimaneutrale Paketversender gleich gut. Utopia zeigt, worauf du achten kannst.

Damit ein Produkt klimaneutral wird, gibt es immer zwei Möglichkeiten, die in der Regel kombiniert werden: CO2-Emissionen von Anfang an vermeiden oder sie nachträglich neutralisieren. Das gilt auch für den klimaneutralen Versand, wo Dienste wie DHL GoGreen oder UPS carbon neutral versprechen, das Klima zu schützen.

Den Ausstoß von Klimagasen zu verringern ist aus ökologischer Sicht natürlich immer der beste Weg. Einen klimaneutralen, vielleicht sogar ökologischen Versand erkennt man also vor allem daran, ob die Pakete mit dem Zug, LKW oder in den Städten am besten per Fahrrad transportiert werden. Auch umweltfreundliche Antriebe spielen eine wichtige Rolle in der Klimabilanz. Ein Teil der Umweltbelastung beim Versand lässt sich so vermeiden.

CO2-Emissionen nachträglich zu neutralisieren ist weniger sinnvoll, aber dennoch absolut notwendig, weil auch bei verringertem Ausstoß jede Lieferung immer noch für Treibhausgase sorgt. Dafür investieren Paketdienste meist in Klimaschutzprojekte und helfen so, Klimagase einzusparen oder aus der Atmosphäre zu binden.

Diese Projekte werden zumeist von unabhängigen Organisationen geprüft und zertifiziert. Natürlich gibt es qualitative Unterschiede: Die besten Klimaschutzprojekte sind nach dem Gold Standard zertifiziert, der aktuell die strengsten Anforderungen stellt. Auch soziale Kriterien spielen dabei eine Rolle.

 

Klimaneutraler Versand im Vergleich

DPD Total Zero

Der Paketdienst DPD will den CO2-Ausstoß je Paket bis 2020 um ein Zehntel im Vergleich zu 2013 reduzieren. Beim klimaneutralen Versand ist DPD Vorreiter und transportiert mittlerweile jedes Paket klimaneutral. Die Klimaschutzprojekte sind nach verschiedenen Standards zertifiziert und reichen von Windkraftwerken in Indien bis zur Verwertung von Grubengasen in Deutschland. Teilweise genügen sie dem strengen Gold Standard.

Das kannst Du tun: Nichts, bei DPD ist jedes Paket klimaneutral.

DHL GoGreen

Die DHL hat sich zum Ziel gesetzt, die gesamte CO2-Effizienz gegenüber dem Stand von 2007 bis 2020 um 30 Prozent verbessern. Pakete von Privatkunden verschickt die DHL aber nur innerhalb Deutschlands automatisch klimaneutral. Für Sendungen ins Ausland wird für den klimaneutralen Versand mit „GoGreen“ ein Aufpreis fällig. Das Geld fließt dabei in Projekte aus den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Aufforstung, die nach verschiedenen Standards zertifiziert sind. Ein DHL-eigenes Klimaschutzprojekt versorgt Haushalte in Lesotho mit effizienten Kochgeräten.

Das kannst Du tun: Beim Inlandversand nicht nötig, beim Auslandsversand buchst Du das Feature „Go Green“ hinzu.

GLS ThinkGreen

Um CO2 einzusparen setzt GLS besonders vor allem auf effizientere Tourenplanung und effizientere Fahrzeuge. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren aber mehr Treibhausgase ausgestoßen. Klimaneutrale Paket-Zustellung gibt es mit dem Service GLS ThinkGreen nur gegen einen Aufpreis. Für die Kompensation arbeitet GLS mit dem PrimaKlima-weltweit-e.V. zusammen. Das Geld geht an Aufforstungsprojekte in Malaysia und Bolivien. Das Projekt in Bolivien ist mit dem Gold Standard zertifiziert.

Das kannst Du tun: Buch beim Versand die Option „ThinkGreen“ dazu.

UPS carbon neutral

UPS möchte bei den CO2-Emissionen zwischen 2007 und 2020 im Transport-Bereich um 20 Prozent effizienter werden. Mit der Option „carbon neutral“ lassen sich Pakete bei UPS auch klimaneutral zu verschicken. Mit den Mehreinnahmen aus dem klimaneutralen Versand unterstützt UPS Projekte in Kolumbien, Thailand, China und den USA, die nach verschiedenen Standards zertifiziert sind. Dabei geht es unter anderem um Wasseraufbereitung, den Abbau von Methan und den Schutz von Wäldern.

Das kannst Du tun: Den Service „carbon neutral“ bei jedem Paket dazubuchen.

Hermes We Do

Die deutschen Hermes Gesellschaften verfolgen das relativ ehrgeizige Ziel, den CO2-Ausstoß im Transport bis 2020 gegenüber 2006 insgesamt um 30 Prozent zu reduzieren. Mit seinem Nachhaltigkeitsprogramm „WE DO!“ setzt Hermes durchaus vorbildliche Standards in der Branche, auch wenn es aktuell keinen klimaneutralen Versand gibt.

Das kannst Du tun: Nichts, klimaneutralen Versand gibt es bei Hermes nicht.

Wo kannst du klimaneutral online shoppen?

Obwohl es also reichlich Möglichkeiten gäbe, ist die Liste der klimaneutral versendenden Online-Shops nach wie vor kurz: Laut einer Umfrage von 2014 versenden in Deutschland nur etwa fünf Prozent der größten Shops klimaneutral.

Vor allem ökologische Online-Shops wie Waschbär** nutzen derzeit diese Option. Einen besonders engagierten Beitrag leistet auch der Online-Shop von Globetrotter. Mit dem Versand wird ein eigenes Wiederaufforstungsprojekt in Costa Rica finanziert, das nach dem Gold Standard zertifiziert ist. Der Büroartikel-Versand Memo ist sogar als ganzes Unternehmen klimaneutral.

Auch die Shops unserer Liste „Die Besten grünen Onlineshops“ versenden fast alle klimaneutral, weswegen wir sie empfehlen.

Ökologischer Versand: Langsam und teuer

Die Kompensation der Klimagase an anderer Stelle löst das Problem leider nicht grundsätzlich, zumal die Klimaschutzprojekte nicht alle gleich wirksam sind und viele von ihnen lange Zeiträume voraussetzen.

Es sind vor allem unsere Konsumgewohnheiten, die für immer mehr CO2 bei den Paketdiensten sorgen. „Kostenloser Versand“ und „Zustellung am selben Tag“ gehören im Online-Handel zu den wichtigen Werbeversprechen, ebenso die Gratis-Rücknahme von Artikeln ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen. Bei Versendern wie Amazon kann es gern auch mal passieren, dass eine Bestellung in mehreren Teillieferungen kommt.

Einen ökologischen Versand erkennt man zum Beispiel daran, dass er den Zustellern Zeit lässt, Pakete zu sammeln. So können Fahrzeuge besser ausgelastet und viel Energie gespart werden. Auch bei Amazon kann man bei der Bestellung die Option „Pakete zusammenfassen“ wählen, auch wenn das nicht immer wirkt.

Artikel, die von weiter her geliefert werden, kommen am besten auf dem langsamen Seeweg und nicht per Flugzeug. Auch Rücksendungen verursachen viele unnötig gefahrene Kilometer – also lieber vermeiden. Shops, die eine kostenlose Rücksendung über die gesetzlichen Vorgaben hinaus anbieten, wälzen damit letztlich einen Teil der Transportkosten auf die Umwelt ab.

 

Weiterlesen auf Utopia.de…

#bbne: Ideen für nachhaltige Mobilität – Jugend-Feriencamp in Berlin

#bbne: Ideen für nachhaltige Mobilität – Jugend-Feriencamp in Berlin

WANN: 07.10.2019-12.10.2019
WO: BERLIN

Feriencamp für Jugendliche in der Berufswahlphase

Im mach Grün!-Herbstcamp in Berlin beschäftigen sich rund 25 junge Menschen mit nachhaltiger Mobilität und welche Chancen verschiedene Handwerksberufe in diesem Feld bieten. Im Mittelpunkt stehen Spaß durch Selbermachen, das Entdecken nachhaltiger Prinzipien, selbst Aktivwerden und das Begeistern Anderer, die Reflektion der eigenen Berufswünsche sowie das Kennenlernen anderer Jugendlichen. Jeden Tag gibt es ein abwechslungsreiches Programm mit einer Mischung aus Freizeit, Inputs, Exkursionen zu nachhaltig arbeitenden Berliner Betrieben sowie drei verschiedenen Werkstätten. In den Werkstätten können verschiedene Technologien und Materialien kennengelernt und im Team an der Lösung einer Fragestellung aus der realen Arbeitswelt gearbeitet werden.

Das Projekt „mach Grün! Zukunft in Deiner Hand“ unterstützt Jugendliche beim Übergang Schule-Beruf, spürt mit ihnen ihre Talente und Interessen auf und legt dabei den Fokus auf die Veränderungen und beruflichen Möglichkeiten, die eine an Klimaschutz und Nachhaltigkeit orientierte Arbeitswelt mit sich bringen. Kernstück bilden mehrtägige Camps in den Schulferien.

 

Veranstalter

LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e. V.

 

Ort

Stiftung wannseeFORUM in Berlin

 

Hinweise

Für dieses Camp gibt es 20 Plätze für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Teilnahme am Camp ist kostenfrei.

Das Projekt „mach Grün! Zukunft in deiner Hand“ bietet insgesamt 18 Workcamps für 360 Teilnehmende in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg an. Jedes Camp hat einen eigenen Schwerpunkt.

 

 

 

BBNE                     LIFE e.V.               Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Förderprogramm

Das Projekt „mach Grün!“ wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf – BBNE“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

 

Klimaschutz in der Industrie

Klimaschutz in der Industrie

Foto: Klimaschutz in der Industrie © Christopher Burns/Unsplash

 

Die Dekarbonisierung der Industrieprozesse ist ein wichtiger Schlüssel zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie in einer klimaneutralen Wirtschaft.

 

Der Industriesektor ist nach der Energieerzeugung der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Der Industrie kommt am Wirtschaftsstandort Deutschland damit eine zentrale Rolle zur Begrenzung der Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius, zu.

 

Eine integrierte Klimaschutz- und Industriepolitik als Chance

Die für die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens notwendigen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft bergen sicher viele Herausforderungen, aber auch Chancen und Möglichkeiten. Die Entwicklung von treibhausgasneutralen und ressourceneffizienten Techniken und Produktionsverfahren wird den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft langfristig stärken. Weltweit wächst der Bedarf nach nachhaltigen Spitzentechnologien und klimaneutralen Geschäftsmodellen exponenziell. Deutschlands exportorientierte Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Zulieferbetriebe können mittel- und langfristig von klugen Investitionen in global wachsende „Klimaschutzmärkte“ profitieren.

 

Viele Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft, die sich durch Innovationen auf dem Weg zu einer klimaneutralen, von Kohle, Erdöl und Erdgas unabhängigen Industrie ergeben, sind noch ungenutzt. Sie müssen ein viel stärkerer Treiber einer deutschen und europäischen Industriepolitik werden. Das erfordert aber auch eine stärkere politische Gestaltung: Die Bundesregierung muss ihre Zurückhaltung aufgeben und im Sinne einer integrierten Klimaschutz- und Industriepolitik zügig die richtigen Rahmenbedingungen setzen. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen für eine prosperierende, soziale Marktwirtschaft in einer klimaneutralen Welt geschaffen.

 

 

Handlungsbedarf in allen Industriebranchen

Der Klimaschutzplan 2050 sieht eine weitgehende Klimaneutralität bis 2050 vor und definiert für jeden Sektor Emissionsminderungsziele für 2030. Für den Sektor Industrie ist eine Halbierung der Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 vorgesehen. Allerdings sind die Emissionen in der Industrie seit 2009 praktisch nicht mehr gesunken bzw. sogar wieder leicht angestiegen. Diese Entwicklung muss sich umkehren. Ambitionierte und umfassende Schritte zur Dekarbonisierung des Industriesektors sind zwingend nötig.

Industrieemissionen Sektorziel © WWF
Industrieemissionen Sektorziel  © WWF

Dabei ist ein Handeln über alle Industriebranchen hinweg nötig. Als größte Emittenten stehen dabei die Eisen- und Stahlherstellung, die Erdölverarbeitung in den Raffinerien, die Zementindustrie und die Grundstoffchemie zur Herstellung von Kunststoffen besonders in der Verantwortung.

Die wesentlichen Hebel zur Reduktion der Industrie-Emissionen sind:

  • die Steigerung der Energieeffizienz, also die Minimierung des Energiebedarfs in den Produktionsprozessen durch die Verwendung neuester Verfahren und Prozesse nach dem aktuellen Stand der Technik
  • grundlegender Paradigmenwechsel bei der Kreislaufwirtschaft, um vollen Klimaschutzbeitrag durch Materialsubstitution, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und eine intensivere bzw. geteilte Nutzung von Produkten zu ermöglichen
  • die Umstellung auf neue klimafreundliche bzw. klimaneutrale Prozesse, z. B. Wasserstoff-Direktreduktion in der Stahlherstellung
  • das Abscheiden und Weiterverwenden (Carbon Capture and Utilization, CCU) bzw. Speichern (Carbon Capture and Storage, CCS) von anderweitig nicht vermeidbaren CO2-Emissionen

Für die Umsetzung dieser technischen Hebel und einen ambitionierten Klimaschutz sind entsprechende energie-, klima- und industriepolitische Weichenstellungen nötig. Der zu schaffende politische Rahmen sollte dabei einen breiten Instrumentenmix aufgreifen und dafür sorgen, dass die Transformationen nicht nur aus Klimaschutzperspektive, sondern auch wirtschaftlich attraktiv sind.

 

WWF-Kernforderungen

Es gilt jetzt, durch entschlossenes Handeln im Sinne einer integrierten Klimaschutz- und Industriepolitik den Weg zu Nullemissionen in der Industrie zu bereiten. Dafür fordert der WWF (ausführlichere Informationen im Positionspapier „Klimaschutz in der Industrie“):

  • Verabschiedung eines Gesetzespakets zur Beseitigung von Barrieren und Fehlanreizen bei Maßnahmen zur Energieeffizienz
  • Verabschiedung eines Gesetzespakets zur Weichenstellung für eine klimaneutrale Industrie bis spätestens 2050
  • Schaffung von Investitions- und Planungssicherheit:
    • Ausreichend Klarheit darüber, wie hoch ein steigender CO2-Preis für die Industrie letztendlich ausfällt, auch gemessen an der Größenordnung der Vermeidungskosten.
    • Carbon Contracts oder Carbon Contracts for Difference zur Verminderung des Risikos schwankender CO2-Preise
    • Förderung für Investitionen in klimaneutrale Technologien
    • Etablierung von Leitmärkten für klimaneutrale Materialien und Produkte durch nachhaltiges Beschaffungswesen bei Bund, Ländern und Kommunen
    • Sicherung der Verfügbarkeit von erneuerbarem, naturverträglichem Strom durch Erhöhung der Ausbauziele im EEG auf 75 % bis 2030
    • Einrichtung einer Enquete-Kommission zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft
    • Entwicklung des regulatorischen Rahmens für Wasserstoff und CCU/CCS
    • Anpassung der Regelungen des unternehmerischen Berichtswesens an die Empfehlungen der G20 Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)
    • Entwicklung des regulatorischen Rahmens zur Unterstützung für Unternehmen bei der strategischen Vorbereitung auf den Klimawandel

 

 

Hier geht’s zur WWF-Seite…