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Urban Terrazzo – neue Materialien hergestellt aus Bauschutt

Urban Terrazzo – neue Materialien hergestellt aus Bauschutt

Autor: Tanja Pabelick

They Feed Off Buildings – Architektur als Transformationsprozess

Die Stadt als Ressource? Moderne Architektur, in der die Geschichte aufgeht? Das Berliner Studio TFOB wagt eine radikale Umnutzung urbaner Bau-Abfälle – mit poetischen Ergebnissen.

Die beiden Berliner Designerinnen Luisa Rubisch und Rasa Weber führen das Studio „They Feed Off Buildings“. Schon mit dem latent provokanten Namen und seinem parasitären Anklang geben sie einen Hinweis darauf, worum es bei ihrer Arbeit geht: Um eine neue Perspektive auf die Architektur. Allerdings nicht in Bezug auf das junge Bauwerk, sondern auf den Teil der Stadt, der zum Abriss freigegeben ist. Sie machen das Obsolete als Ressource nutzbar, unterziehen den abgelebten Baustoff einer Verjüngungskur und starten einen Material-Zyklus.

Mit jedem Abriss eines baufälligen Gebäudes entsteht urbaner Abfall. Schutt, der auf Halden landet, alte Ziegel, Mauerreste, Estrich und Beton. Strukturlos nutzlos für die einen, Material mit Potential für Rubisch und Weber. Sie stellen daraus ein neues Plattenmaterial her. Das hat die gefleckte Ästhetik von Terrazzo, nutzt statt Glasstücken und Naturstein-Kieseln aber urbanen Bauschutt. Weber und Rubisch analysieren den Abraum und sortieren Wiederverwertbares aus. Gruppieren nach Farben, sieben, waschen und ordnen nach Größen. Großes Geröll wird zu kleinem zerschlagen und alte Ziegel werden zu Farbpigmenten zerrieben. Dann beginnen sie mit der Komposition ihres innovativen Materials – das sie aufgrund seiner eindeutigen Ästhetik und der weniger edlen Inhaltsstoffe Urban Terrazzo getauft haben. Um dafür nicht immer in ein fest installiertes Labor zu müssen, haben TFOB gleich eine ganze Fertigungsstraße entworfen, die mobil mit auf die Baustelle kommt. Vor Ort entstehen die ersten Testkacheln. Dem Trägermaterial Beton werden die gewonnen Pigmente beigemengt, Kiesel und Geröll als Zuschlag beigegeben. Am Ende wird wie beim klassischen Kunststein die Oberfläche abgeschliffen, um das Muster freizulegen.

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Photoquelle: Copyright They Feed Off Buildings 2018 © Alle Rechte vorbehalten, Fotograf Hannes Wiedemann

Professor Dr. Werner Sobek – nachhaltig gebaute Umwelt schaffen

Professor Dr. Werner Sobek – nachhaltig gebaute Umwelt schaffen

Titelbild: 2018©Patrizia Adamo

 

Die Forschungen von Werner Sobek widmen sich der Frage, wie wir mit weniger Materialien mehr gebaute Umwelt schaffen können. Alle drei Varianten des Leichtbaus – Materialleichtbau, Strukturleichtbau und Systemleichtbau – spielen deshalb eine wichtige Rolle für seine Arbeiten. Das ILEK erforscht ein breites Spektrum des nachhaltigen und ressourceneffizienten Bauens: vom optimierten Innenaufbau einzelner Bauteile über neue Planungs- und Fertigungsmethoden bis hin zu adaptiven Strukturen und Gebäudehüllen. Diverse Experimentalbauten im und beim Institut dienen dazu, die untersuchten Konzepte in die praktische Anwendung zu überführen.

 

Geboren 1953 in Aalen. Studium des Bauingenieurwesens und der Architektur an der Uni Stuttgart, ibd. Promotion (1987). Seit 1994 Professor an der Universität Stuttgart, zunächst als Leiter des Instituts für Leichte Flächentragwerke (IL), seit 2001 als Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK). Seit 2017 Leiter des Sonderforschungsbereichs SFB 1244 über adaptive Strukturen und Gebäudehüllen. Ehrenpromotionen an der TU Dresden und der TU Graz, ausgezeichnet mit dem Fritz Leonhardt Preis und zahlreichen anderen Auszeichnungen.

 

Werner Sobek erhält Global Award for Sustainable Architecture 2019

Prof. Werner Sobek ist einer von fünf Preisträgern, die den diesjährigen Global Award for Sustainable Architecture erhalten. Herr Sobek wird für die laut Jury „bahnbrechenden Forschungen“ geehrt, die er seit 25 Jahren als Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) initiiert und betreut. Die anderen Preisträger sind Prof. Ersen Gürsel (Türkei), Rozana Montiel (Mexiko), Ammar Khammash (Jordanien) und Jorge Lobos (Chile).

Der Global Award wurde 2006 von der Architektin und Schriftstellerin Jana Revedin ins Leben gerufen. Er ehrt jedes Jahr fünf Architekten, die einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unseres Planeten leisten. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer internationalen Konferenz in der Pariser Cité de l’Architecture am 13. Mai 2019 statt. Weitere Informationen über die Auszeichung und über die Konferenz finden sich unter https://www.citedelarchitecture.fr/en/event/global-award-sustainable-architecture-2019.

 

 

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Bildquelle: Universität Stuttgart


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